Wie man Risse in Beton repariert (mehr erfahren)

Risse im Beton verunsichern viele Hausbesitzer, denn sie können sowohl ein optisches Problem als auch ein Hinweis auf tiefere Schäden sein. Dieser Artikel erklärt verständlich, wie Sie Schäden richtig einschätzen, welche Werkzeuge und Materialien sinnvoll sind und wie eine fachgerechte Reparatur von Betonflächen und Terrassen Schritt für Schritt abläuft.

Wie man Risse in Beton repariert (mehr erfahren)

Wie man Risse in Beton repariert (mehr erfahren)

Beton gilt als sehr widerstandsfähig, trotzdem bleiben feine Haarrisse oder größere Fugen mit der Zeit kaum aus. Temperaturwechsel, Schrumpfung beim Aushärten, Feuchtigkeit und Belastung durch Fahrzeuge oder Möbel setzen Flächen und Bauteilen zu. Wer Risse ignoriert, riskiert eindringendes Wasser, Frostschäden und im Extremfall eine Beeinträchtigung der Tragfähigkeit. Mit etwas Hintergrundwissen und der passenden Methode lassen sich viele Schäden jedoch dauerhaft ausbessern.

Wie man Risse in Beton repariert: Schritt für Schritt

Bevor Sie überlegen, wie man Risse in Beton repariert, sollten Sie deren Art und Ursache beurteilen. Haarrisse, die kaum breiter als ein Haar sind, sind vor allem ein optisches Thema. Breitere, unregelmäßige Risse oder solche, die sich schnell vergrößern, können auf Bewegungen im Untergrund oder auf statische Probleme hindeuten. In diesen Fällen ist die Einschätzung durch eine Fachperson sinnvoll.

Für eine handwerklich saubere Reparatur benötigen Sie in der Regel Drahtbürste oder Winkelschleifer, Staubsauger, eventuell einen Druckluftbläser, Grundierung, Rissharz oder Reparaturmörtel, Spachtel, Glätter sowie Schutzausrüstung wie Handschuhe, Schutzbrille und Staubmaske. Der erste Schritt besteht immer darin, den Riss zu öffnen und gründlich zu säubern, damit das Reparaturmaterial haftet.

Zunächst wird der Riss leicht aufgeweitet, meist V-förmig, damit das Füllmaterial eine formschlüssige Verbindung eingehen kann. Anschließend entfernen Sie Staub und lose Bestandteile gründlich. Bei stark saugendem Untergrund empfiehlt sich eine passende Haftgrundierung. Danach wird der Riss mit Injektionsharz oder Reparaturmörtel gefüllt, sorgfältig verdichtet und bündig abgezogen. Nach dem Aushärten folgt je nach Einsatzort ein Feinschliff oder ein Oberflächenschutz, etwa eine Versiegelung.

Betonrisse reparieren: Materialwahl und Technik

Wer Betonrisse reparieren möchte, sollte nicht nur auf Optik, sondern auch auf Bewegungen im Bauteil achten. Für starre, nicht arbeitende Bauteile wie massive Bodenplatten kommen mineralische Reparaturmörtel oder Spachtelmassen zum Einsatz, die mit dem bestehenden Beton eine feste Einheit bilden. Sie sind oft schrumpfarm und speziell für Sanierungen entwickelt.

Bei Rissen, die durch Temperaturwechsel oder geringfügige Bewegungen entstehen, eignen sich flexible Systeme auf Basis von Reaktionsharzen besser. Epoxidharz oder Polyurethanharz können in feine Fugen injiziert werden und füllen Hohlräume vollständig aus. Sie sind zudem wasserbeständig und werden häufig bei Garagenböden, Kellerdecken oder Balkonen verwendet.

Das Vorgehen unterscheidet sich je nach System: Bei Injektionsharz werden häufig kleine Bohrlöcher quer zum Riss gesetzt, sogenannte Packer montiert und das Harz mit einer Handpumpe oder Kartuschenpresse eingebracht, bis es an der Oberseite austritt. Oberflächliche Risse lassen sich dagegen oft mit standfesten Mörteln oder Spachteln schließen, die in mehreren Lagen aufgetragen werden. Sind Bewehrungsstähle korrodiert und sichtbar, müssen diese entrostet und mit einem Korrosionsschutz versehen werden, bevor der Beton ergänzt wird.

Terrasse: Risse reparieren und Schäden vorbeugen

Im Außenbereich, insbesondere bei Terrassen, spielen Feuchtigkeit und Frost eine große Rolle. Eine fachgerechte terrasse Risse Reparatur beginnt deshalb mit der Ursachenforschung. Häufig liegt ein Problem mit Gefälle, Drainage oder Abdichtung vor, sodass Wasser nicht richtig ablaufen kann und in den Beton eindringt. Bei gefliesten Terrassen können sich zudem Hohlstellen unter den Fliesen gebildet haben.

Zunächst wird die Oberfläche im Bereich des Risses freigelegt und gesäubert. Ist die Terrasse nur aus Beton ohne Belag, wird der Riss – wie im Innenbereich – geöffnet, gereinigt, grundiert und mit einem witterungsbeständigen Reparaturmörtel oder Harzsystem verschlossen. Im Anschluss empfiehlt sich ein Oberflächenschutz, etwa eine geeignete Beschichtung oder Imprägnierung, die das Eindringen von Wasser reduziert.

Bei gefliesten Terrassen müssen lose Fliesen entfernt, der Untergrund egalisiert und anschließend mit frostbeständigem Flexkleber neu verlegt werden. Bewegungsfugen, beispielsweise entlang von Hauswänden oder großen Flächen, sollten mit elastischen Dichtstoffen ausgeführt sein, damit Spannungen abgebaut werden. So sinkt das Risiko, dass an den gleichen Stellen wieder neue Risse entstehen.

Langfristig lässt sich die Entstehung von Rissen auf Terrassen reduzieren, indem Planer und Ausführende auf ein ausreichendes Gefälle, funktionierende Entwässerung und eine passende Bewehrung achten. Besitzerinnen und Besitzer können ihren Beitrag leisten, indem sie stehendes Wasser vermeiden, Fugen regelmäßig kontrollieren und starke Punktbelastungen begrenzen.

Am Ende hängt eine erfolgreiche Instandsetzung immer von der richtigen Kombination aus Diagnose, Materialwahl und sorgfältiger Ausführung ab. Wer kleine Schäden frühzeitig erkennt und angemessen reagiert, erhält nicht nur ein gepflegtes Erscheinungsbild, sondern schützt auch die Bausubstanz über viele Jahre hinweg.